08. November 2006: MedienMittwoch: Social Commerce meets E-Commerce
Werden wir zukünftig alle unsere Lieblingsmarken in eigenen Online-Shops verkaufen oder wie werden sich die Möglichkeiten des Web 2.0 auf den E-Commerce auswirken? Zu diesem Thema diskutierten am 8. November 2006 im Rahmen des MedienMittwochs namhafte Experten.

Gastgeber des MedienMittwoch war Dr. Markus Krechting von neckermann.de. Er diskutierte auf dem Podium mit Prof. Peter Kabel, JvM/next; Roland Fesenmayr, OXID esales; Günther Frey, Hess. Wirtschaftsministerium; Christian Michael, Google sowie Ossi Urchs, FFT Medien. Moderiert wurde die Diskussion von Christoph Salzig, Pressesprecher des Bundesverbandes Digitale Medien (BVDW).
Um es vorweg zu nehmen: einig waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde darin, dass es sich bei Spreadshirt.net oder Etsy.com in den USA noch um einzelne Erfolgsgeschichten des Social Commerce handelt, die es noch nicht rechtfertigen von einem Trend zu sprechen. Noch handelt es sich doch eher um ein Konstrukt des Online-Marketings. "Zweifelsohne besitzen die Social Networks im Internet ein großes Potenzial auch für den E-Commerce", konstatiert Roland Fesenmayr, der auch Vorsitzender der Fachgruppe E-Commerce im BVDW ist. "Ob das Potenzial jenseits der Vermarktungsmöglichkeiten auch unmittelbar im Online-Handel abgerufen werden kann, ist allerdings mehr als umstritten unter den Experten."
Stattdessen boomt derzeit der Handel im Internet und der boomt auf den Webseiten der traditionellen Händler. Sie können sich auf ihr Geschäft konzentrieren, denn heutzutage funktioniert alles über eine Software. Prozessintegration ist hier das Stichwort: Vermarktungstools, Affiliate Programme, Preissuchmaschinen, Zahlsysteme, Kommissionierung, Logistik.
Die Kommunikation mit den Kunden ist dabei jedoch oftmals nicht inbegriffen und wird von vielen gescheut. So ermöglichen es lediglich zwölf Prozent der Unternehmen ihren Kunden, Rezensionen auf dem eigenen Portal zu veröffentlichen und nur ein Prozent haben eine Community für den Austausch der Kunden untereinander*. Dabei findet der Austausch über die Produkte und die Bewertungen dann auf anderen Plattformen statt, wobei der Überblick verloren geht. "Das Mediennutzungsverhalten der User im Web 2.0 hat die Möglichkeiten für diesen Austausch geschaffen und dazu beigetragen, dass die Unternehmen längst ihr Monopol auf die Kommunikation der eigenen Marke verloren haben. Dem müssen sich die Unternehmen heute stellen", analysiert Tobias Kirchhofer, BlueMars Geschäftsführer, BVDW Vorstand und Initiator des MedienMittwoch.
Mit rund 400 Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht. "In Kooperation mit dem BVDW realisieren wir damit zum wiederholten Male eine wegweisende Veranstaltung in FrankfurtRheinMain zu den entscheidenden digitalen Wirtschaftsthemen", freut sich Tobias Kirchhofer.
* Zahlen einer Umfrage der Fachmagazine Internethandel und Internetbusiness-World, veröffentlicht auf FAZ.net, 8.5.2006
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